Mitgliederversammlung 2010

Zur Mitgliederversammlung konnte der kommissarische Vorsitzende Martin Feurer der Freien Wähler (FWV) viele Mitglieder begrüßen. Bernd Diernberger legte nach seiner Wahl zum Diedelsheimer Ortsvorsteher aus zeitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender nieder.

Diernberger blickte auf das vergangene Jahr, das geprägt von Wahlen war. Eine gute Voraussetzung war die Auftragsarbeit der FH Pforzheim, die viele Arbeiten besser strukturierten. Allein das Auftreten in der einheitlichen Farbe orange erreichte die notwendige Aufmerksamkeit. Aber kaum waren die Kommunalwahlen zu Ende, zeichnete sich dann endlich die Neuwahl des Oberbürgermeisters ab. Empfohlen von einem FWV-Mitglied, sollte mit Martin Wolff gesprochen werden. Schon beim ersten Gespräch war klar, dass das der Mann ist, den die Freien Wähler unterstützen werden, wenn er sich bewirbt. Die FWV blieb trotz mancher Bitten, anders zu entscheiden, der Unterstützungszusage treu. Darum ist man jetzt auch mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden.

Feurer überreichte Diernberger als Dank eine Designerkrawatte mit der Diedelsheimer Forelle, sozusagen eine Ortsvorsteherkravatte. 13 Jahre war Diernberger der Vorsitzende der Freien Wähler, begleitete Wahlkämpfe und jede Menge Aktivitäten. Eine davon ist besonders herauszustreichen. Seit 2003 hat Bretten weicheres Wasser. Ein Ergebnis, an dem die Freien Wähler großen Anteil haben. Heute können die Stadtwerke damit werben.

Kassier Matthias Kuhn legt ein gutes Ergebnis vor. Der Wahlkampf konnte ohne Schwierigkeiten geschultert werden. Sogar ein neuer Internetauftritt konnte von einem Profi gestaltet werden. Dieses Ergebnis hatten Ernst Gropp und Markus Gerweck geprüft, der auch von einer einwandfreien Kassenführung berichtete. Entlastet wurde der Kassier und der weitere Vorstand durch Antrag von Heinrich Pfeil, der die gute Arbeit lobte. Einstimmig konnte deshalb der Vorstand entlastet werden.

Da der 1. Vorsitzende nicht mehr zur Verfügung stand, übernahm er die Wahlleitung für die Wahl zum 1. Vorsitzenden. Es wurde Martin Feurer gewählt. Markus  Veit übernimmt durch Wahl das Amt des 2. Vorsitzenden. Andreas Frey wird als Beisitzer wiedergewählt und für den ausscheidenden Markus Veit kommt Bastian Pfitzer. Heidemarie Leins wurde als Schriftführerin wiedergewählt. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Herbert Vogler berichtete von seiner Kreistagsarbeit. Der Erhalt des Krankenhauses in Bretten, und jetzt sogar der Neubau, war für ihn am wichtigsten. Genauso die Lösung des Müllproblems.

Heidemarie Leins, die Voglers Nachfolgerin ist, erlebte schon eine recht prekäre Entscheidung. DSD wollte den Vertrag zum Einsammeln des Mülls der Grünen Tonne kündigen. Das konnte gerade noch einmal abgewendet werden. Aber der Kreis muss sich Gedanken über die Verwertung weiterhin machen.

Was beschäftigte Bretten außer den Wahlen noch? Da ist z B. der Doppelhaushalt. Unnütz, so bezeichneten die FWV ihn schon bei der Aufstellung, denn es zeichnete sich dort schon ab, dass ein Nachtrag notwendig sein wird. Finanzielle und planerische Vorgaben schränken neben der abzusehenden Schieflage der Wirtschaft den speilraum ein. Nun ist es notwendig, denn die meisten Einnahmen sind doch sehr viel weniger geworden. Um ein wenig abzufedern, wird die Grundsteuer angehoben. Die Umsetzung der Vorgaben von Land und Bund sind zunehmend problematisch, so erhöhen sich die Kosten im sozialen Bereich gewaltig.

Da keiner der OB-Kandidaten und mittlerweile große Teile der Bevölkerung die Tunnellösung für gut befand, wird jetzt diese Frage noch einmal in einem Realisierungswettbewerb aufgerufen. Das Gelände Sporgasse ist jetzt mit dem Schneidergebäude zusammen zu überplanen. Ob das Edekacenter auf dem Harschareal kommen wird, ist noch nicht geklärt. Das Verfahren liegt beim Regierungspräsidium. Die Baustellen Brettens, vermutlich ohne Konventionalstrafen, wie die Geschäftsleute vermuten, machen große Probleme. Jetzt ist die Pforzheimer Straße wieder gesperrt. Verkehrsprobleme müssen angegangen werden, und nicht nur punktuelle Planungen erstellt werden.

Dürrenbüchigs Feuerwehrhaus und der Internetanschluss werden jetzt mit OB Wolff zum Ende gebracht.

Es sind nur einige Punkte für die Betrachtung aus einem ganzen Gemeinderatsjahr herausgepickt. Das letzte Jahr brachte für den Gemeinderat mancherlei Irritationen, und es war immer der Weg, nie die Sache. Das sollte der Vergangenheit angehören. So freuen sich die Freien Wähler (FWV) auf neue Gemeinsamkeiten mit den Kollegen und dem neuen Oberbürgermeister. Manches wurde gefragt und konnte beantwortet werden. So schloss die Mitgliederversammlung 2010.

Freie Wähler bei den Stadtwerken Bretten

Geschäftsführer Stefan Kleck hatte durch seine gut vorbereitete Präsentation so man­cher Frage vorgebaut. Es dominierten Themen wie Beteiligungen, wie sieht ein gesunder Energiemix bzw. ein bürgerfreundlicher Service aus oder wie erreiche ich eine Kundenzufriedenheit. Wohlwissend, dass vieles nur über den Geldbeutel be­stimmt wird, ist sich Kleck sicher, dass sich die Stadtwerke auch weiterhin auf dem heiß umkämpften Markt behaupten können. Das Kohlekraftwerk Brunsbüttel oder die Off-Shore-Windanlagen sind z. B. zwei der Beteiligungen, um bei der Energieerzeu­gung auf mehreren Beinen zu stehen. Der Energiemix bzw. das örtliche Engagement der SWB zeigt sich in Bürgersolaranlagen – eine weitere ist in Planung - oder der Wär­megewinnung aus Abwasser, dem Wärmetauscher.
Die Stadtwerke haben sich mittlerweile als regionaler Partner bewährt. Mit der einheitlichen Werbung konnte der Bekanntheitsgrad gesteigert werden, was wiederum am Zugewinn von Kunden abgelesen werden kann.

Unscheinbar ist sie. Nur der Geruch nach frischem Häckselgut aus dem 160 m³ fas­senden Silo verrät die Feuerungsanlage, die das Baugebiet Steiner Pfad mit Wärme versorgt. Dass Häckselgut kommt auf kurzem Wege von einem örtlichen Unterneh­mer, dessen Bezahlung sich nach dem Brennwert des Materials richtet. Da­rüber hi­naus ist er vertraglich verpflichtet, die Asche zurückzunehmen und zu ent­sor­gen. Nach anfänglicher Skepsis überzeugte das Nahwärmekonzept auch den letz­ten Kritiker. Die Kapazität der Anlage reicht auch für einen weiteren Bauabschnitt.
Das Brettener Freibad ist in die Jahre gekommen und leidet an Attraktivität. Die Un­terhaltungskosten werden immer teurer, und der Umweltschutz meldete sich zu Wort. So stellt sich die Frage - Sanieren oder neu bauen. Die ersten Stimmen im Aufsichts­rat könnten unterschiedlicher nicht sein; zu teuer, nicht notwendig usw. Kleck stellte dar, dass ein Neubau nur geringere Mehrkosten verursacht. 
Bei Kabel- und Internetverbindungen mauserte sich die Telemaxx – eine weitere Be­teiligung der SWB, für viele angesiedelten Betriebe, auch der Verwaltung, zum seriö­sen Partner. Doch für die Internetversorgung von Dürrenbüchig waren auch der Tele­maxx Grenzen durch hohe Anmietungskosten bereits verlegter Kabel gesetzt. Es ist zu vermuten, dass sich eine erdverlegte Internetlösung in der Fläche betriebswirt­schaftlich nicht darstellen lässt.
Der Brettener Wasserversorgung fühlten sich die Freien Wähler schon immer eng verbunden, was schließlich auch in 2003 nach langem Bemühen zu weicherem Was­ser führte. Insofern ist es logische Konsequenz, dass man sich auch um die Historie kümmert. Inspiriert durch das Buch von Manfred Störzer „ Wasser für Bretten“ arbei­tete ein Arbeitskreis unter Verwendung von historischem Kartenmaterial an einer vi­su­alisierten Darstellung der Wasserversorgung um 1900 mit den einzelnen Brunnen und den Quellen. Kleck war überrascht und erfreut, als Martin Feurer (Vorstand) und Heidemarie Leins (Fraktion) die große gerahmte Karte übergaben. Sie soll im Sitzungs­saal aufgehängt werden.