Das nächste Hochwasser kommt bestimmt! Infofahrt der Freien Wähler

Mitarbeiter des Hochwasserschutzzweckverbandes Elsenz-Schwarzbach erläutern der FWV Bretten und Gästen den aktuellen Stand der Realisierung sowie das Krisenmanagement.

Dieses nüchterne Fazit zogen die Freien Wähler auf ihrer Infofahrt zum Zweckverband Hochwasserschutz Elsenz-Schwarzbach. Demnach ist Eile geboten, wenn man bedenkt, dass fast 3 Jahre für die Gründung des Verbandes benötigt wurden. Zwei extreme Hochwässer (1993, 1994) waren ausschlaggebend und erhöhten den politischen Druck enorm. Ein hydraulisches Berechnungsmodell zeigt die Schwächen im Einzugsgebiet und die Abflusskapazitäten der Gewässer. Da sind so manche Einbauten und Überquerungen überwiegend in den Ortslagen, die den Fluten nicht standhalten können. Aber nicht jeder Gefahrenpunkt kann durch oberhalb ausgebildete Rückhaltebecken beherrscht werden. In diesen Fällen muss oft Objektschutz, verbunden mit viel Aufklärungsarbeit betrieben werden. Überhaupt lassen die Verantwortlichen im wahrsten Sinne des Wortes die Betroffenen nicht im Regen stehen. Denn oft werden nach Schadensereignisse die Verträge von den Versicherern aufgekündigt oder mit hoher Eigenbeteiligungen belegt. Ein Blick der Gesellschaften in die nunmehr vom Land ausgearbeiteten Hochwassergefahrenkarten, lässt auch für Bretten ein „Weiter so“ nicht zu! Es wurde mehrfach betont, wie wichtig die Neutralität und Unabhängigkeit von Gemeindeinteressen ist, auch im Vorfeld bei der Durchsetzung von Maßnahmen und bei den Grundstücksverhandlungen. Darum ein Zweckverband.

Das 543 km² große Einzugsgebiet der Elsenz mit seinen Seitengewässern Schwarz- und Krebsbach reicht von Eppingen über Sinsheim bis nach Heidelberg im Norden und ist übersät mit vielen Hochwasserrückhaltebecken. Darunter sind kleinere mit festen und größere mit Volumen über 1,0 Mio m³, mit steuerbaren Einrichtungen des Abflusses. Die Baumaßnahmen wurden mit 70 % vom Land gefördert, 30 % bezahlen die Gemeinden. Ein Ende ist jedoch nicht abzusehen, da die Anlagen bereits ins Alter gekommen sind und Verschleißteile zu erneuern oder bisher zurückgestellte Gefahrenstellen noch zu beheben sind.

Eine Besichtigung verschiedener Anlagen vermittelte den Eindruck einer ökologischen und harmonischen Einbindung in das bestehende Landschaftsbild, trotz teilweiser Dammhöhen bis zu 10 m. In die Planungsprozesse und später beim Betrieb sind die Landwirte eingebunden. Nach entsprechender Unterweisung werden einige zu Stauwärtern ausgebildet, die die Anlagen kennen und die Unterhaltung managen. Neubaumaßnahmen sind immer mit Ausgleichsmaßnahmen verbunden. Deshalb ist von Vorteil, wenn ein Gewässerentwicklungsplan existiert. Hier wurden in Verbindung mit dem Hochwasserschutz in den letzten Jahren viele ökologische Projekte vorangetrieben. Bestehende Betonschalen wurden aufgebrochen, Gewässerrandstreifen wurden renaturiert sowie Rohrdurchlässe lichtdurchflutet und naturnah ausgebildet.

Die FWV traf auf eine schlanke Personal- und Verwaltungsstruktur bestehend aus 3 Personen und gesunder fachlicher Mischung. Freude und Enthusiasmus waren in den Berichterstattungen von Herrn Werner und Herrn Liphardt zu erkennen – es ist eben ihre Anlage. In dieser Überzeugung lassen Sie die Bürger über eine eigens geschaffene Web-Plattform partizipieren (www.zvhws.de). Zentrale Anlagen sind video- und pegelüberwacht. Um bei drohenden Ereignissen rechtzeitig reagieren zu können, sind Verknüpfungen zu regionalen Wetterstationen geschaffen und Alarmketten zu den Rettungskräften können rasch aktiviert werden. Sowohl die Transparenz für die Bürger, als auch die gemeinsamen Übungen mit Gemeinden und Rettungskräften vermittelten ein beruhigendes Gefühl.

Und wie sieht es in Bretten aus? Erfahrungen von anderswo müssen übernommen werden, Objektschutz vorangetrieben werden – auch mit Pegeln zur Frühwarnung. Mit Informationen muss die Bevölkerung geschult werden. So werden die Freien Wähler nicht ruhen, und weitere Anträge stellen, denn Hochwasserschutz ist in erster Linie eine staatliche Aufgabe. Das Aufbrechen der Betonschale im Brühlgraben könnte sofort passieren.

Freie Wähler regen Familien-Aktionstag an

Ein attraktives Freizeitangebot steht für viele im Vordergrund und zählt schon lange zu den weichen Standortfaktoren um sich in einer Gemeinde wohlzufühlen. Dass die Freien Wähler den Aspekt einer liebens- und lebenswerten Stadt ernst nehmen, haben Sie nicht zuletzt in ihrem Wahlprogramm bewiesen.

So machten die Freien Wähler mit dem Gebiet „Rund um die Weissach“ ein weiteres Freizeitjuwel ausfindig, das gerade für die Bewohner des Stadtgebiets „Wanne“ zu einem wichtigen Naherholungsgebiet zählt. Ideal wäre hier eine erweiterte, gemeinsame Umsetzung in der Zusammenarbeit der Vereine und der Stadt. Ideen sind bereits vorhanden.

Das Areal zwischen Freibad und Angelsportverein bietet immensen Gestaltungsspielraum für einen Familien-Aktionstag. Entlang eines Rundweges von ca. 2,6 km (siehe Lageplanausschnitt) sind viele Vereine fest angesiedelt. Die Freifläche im Bereich der Sporthalle und die Halle selbst bieten für nicht ortsansässige Vereine ausreichende Möglichkeiten ihr breitgefächertes Angebot zu präsentieren und Nachwuchs zu werben. Das Areal liegt günstig und ist gut zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit dem ÖPNV erreichbar. Auch das Parkplatzangebot ist ausreichend.

Auf der Südseite führt der Rundweg durch idyllische Natur. Der Rundweg sollte vielfältige und abwechslungsreiche Aktionspunkte erhalten, sodass auch die Bewegung an der frischen Luft nicht zu kurz kommt. Mit vielen Aktionen rund um Sport, Spiel und Natur sollte Kindern und Jugendlichen interessantes geboten werden. Wenn am Ende noch eine Medaille winkt, wird der sportliche Ehrgeiz geweckt. Mit tollen Preisen bei Gewinnspielen können zusätzliche Anreize geschaffen werden.

Die Freien Wähler sind zuversichtlich, dass auch der Stadt das Engagement für unsere Kinder und Jugendliche eine Herzenssache ist und entsprechend unterstützt wird. Die gemeinsame Organisation solch eines Aktionstages wäre auch eine Anerkennung und Bestätigung für die Einrichtungen und Vereine, welche wertvolle pädagogische Jugendarbeit bereits derzeit schon geleistet wird.

Haushaltsrede

Stellungnahme der FWV zum Haushalt vom 24.3.2015

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

meine Damen und Herren,

Bretten, quo vadis ? Diese Frage bewegt uns alle. In dem jetzt vorgelegten Haushalt finden sich darauf jedoch wenig Antworten. Dies liegt nicht nur an den engen finanziellen Spielräumen, sondern auch daran, was Bretten eigentlich ausmacht.

Wem soll ich diese Frage stellen? Vielleicht den Gemeinderäten oder samstags auf dem Wochenmarkt? - Die Bevölkerung sollte unbedingt mit ins Boot - Aber ich treffe leider nur Gölshaiser, Bauerbächer, Büchemer, Neibsemer, Diedelsemer, Dürrebüchemer, Rinklinger, Sprantlemer, Ruiter, Kernstädtler.

Mehre als 40 Jahre nach der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg ist der Brettener als solcher noch immer nicht existent und "Integration" ist bei uns nach wie vor ein Problem . So folgt jeder seinen eigenen hegemonialen Bestrebungen, koste es was es wolle, womit wir beim Thema wären, nämlich den Finanzen.

Die beruhigende Nachricht lautet, dass der Haushalt 2015 gesetzeskonform ist, auch wenn am Ende des Jahres die Liquidität mit etwa 1,9 Mio € nicht mehr sehr groß ist. In jedem Fall folgt der Haushalt, trotz geplanter Kreditaufnahme von 1,5 Mio € der Maxime des konsequenten Schuldenabbaus um etwa 280 T€.

Die beunruhigende Nachricht ist, dass nur 43% der geplanten investiven Baumaßnahmen des Jahres 2014 umgesetzt werden konnten und mit 6,1 Mio € eine erhebliche Bugwelle in dieses Jahr schwappt. Mit den gesamten Investitionsvorhaben von 2015 sind wir zusammen bei ca. 16 Mio €. Sollten erneut nur 43% realisiert werden, so wird daraus bald eine Monsterwelle. Wir halten es daher für dringend erforderlich externe Dienstleister für die Umsetzung der Investitionen zu engagieren.

Bretten, quo vadis? Lassen sie uns die Segel setzen und Kurs auf die Investitionen nehmen um eine Antwort zu finden.

Investiert wird in die Feuerwehr, oh pardon, die Feuerwehr Brettens ist ebenso wie der Brettener als solcher eigentlich ein Zusammenschluss von 10 Abteilungen mit 10 Feuerwehrhäusern, 10 Geräteparks usw.

So geht die Fahrt kreuz und quer und Brettens Odyssee geht weiter, wir steuern direkt auf die Katastrophe zu , die Sirenen, die wir unbedingt brauchen. Durch Landesvorgaben geben wir wieder hunderttausende € in eine, hochfrequenten Lärm verursachende Technik aus. Vor einigen Jahren wurden die alten Anlagen wegen des fehlenden Bedarfs demontiert. Den sieht man heute wieder und so kommen jetzt kostspielige High-Tech Modelle aufs Dach.

Eine Bürgerinitiative gegen Gesundheitsgefahren durch Sirenenschall wird wohl erst nach den ersten Alarmübungen auf den Plan treten, wie so oft. Erst wenn die Bäume gefällt, die Straße aufgerissen oder verlegt und der Baulärm der Bagger unüberhörbar wird erwacht der informierte Bürger aus seinem Dornröschenschlaf und der Protest beginnt. Das Amtsblatt als offizielles Organ, wie die gesamte Presse wird in seiner Funktion der frühzeitigen Information der Bevölkerung deutlich überschätzt.

Ausgeschlafener waren da schon die Infraschallgegner, die ja bekanntlich gegen die andere Seite des Frequenzspektrums kämpfen. Eine Spezies, die ähnlich wie Wespenbussard und Rotmilan nur sporadisch auf Brettener Gemarkung auftritt. Sie mussten auch hell wach sein, denn sie wussten vorab, dass sie den Infraschall im laufenden Betrieb sowieso nicht gehört hätten. Zur Befriedung wurde auf der Fahrt zu den Vorranggebieten für die gefährlichen, Infraschall verbreitenden, Windkrakftanlagen aus funktechnischen Gründen momentan die Segel gestrichen.

Investiert wird endlich auch in die, laut Gutachten von Wald und Corbe nötigen Hochwasserschutzmaßnahmen. Eine Aufgabe, als wolle man die Ställe des Augias ausmisten, mit einem geschätzten Volumen von über 20 Mio €. Auch wir leiten die Fluten um und beginnen mit einem Regenrückhaltebecken im Osten Diedelsheims für knapp eine 1/2 Mio €, für ein Gebiet, aus dem seit Menschengedenken bisher kein Hochwasser kam. Aber das Ingenieurbüro Wald und Corbe, so eine Art Kalchas der Neuzeit, hat mit seinen seherischen Kräften die Gefahr aus dem Osten erkannt. Ein Dammbau im Stile der Mauern Trojas soll helfen.

Ab hier wird es schwierig, der Weg scheint für die Stadt im Dunkeln zu liegen. Licht soll in die Dunkelheit fluten, möglichst per LED und auf der Tafel über dem Heilsbringer steht nicht INRI, wie vielleicht manche glauben, sondern ISEK, das Integrierte Stadtentwicklungskonzept, jedenfalls wenn es um die strategischen Ziele Arbeit, Verkehr sowie Stärkung der Innenbereiche der Kernstadt und Stadtteile geht. Doch noch herrscht tiefste Finsternis und so wird in das Straßen- und Wege-Netz und in die Innenbereiche nur verhalten investiert. In der Flaute heißt es warten, warten auf ISEK.

Deshalb ist die Erschließung des Fibron-Mellert-Geländes nach wie vor nicht in Sicht, und Geld gibt es nur für weitere Planungen und dies nachdem vor 3 Jahren bereits ein Werksverfahren für das Gelände stattgefunden hatte.

Überhaupt - klingt ISEK nicht wie eine magische Formel? Aber bereits Odysseus wusste, dass die Moiren den Schicksalsfaden weben und dass zwischen Zauber und Fluch oft nur Haaresbreite liegt. So groß das Potential von ISEK ist, so groß ist auch die Gefahr, dass wesentlich mehr Gordische Knoten ans Tageslicht gefördert werden als wir sie uns hier und heute vorstellen können. Und schlimmer noch, dass die mit Elan beteiligten Bürger abheuern, wenn sie feststellen, dass ihre Einflussnahme sehr begrenzt sein könnte. Eines ist jetzt schon klar. Die Bürger können zwar ihre Wünsche und Ideen einbringen, gleichzeitig werden aber gegenläufige Interessen und Begehren entstehen. Den besten Weg zwischen den Untiefen zu finden bedeutet so stets, dass der eine oder andere eben seine Position aufgeben muss. Meine rein empirische Wahrnehmung beispielsweise auf Verkehrsfragen war bisher immer diese: "Selbstverständlich brauchen wir den Verkehr, aber bitteschön nicht vor meiner Haustür" also das weit verbreitete St. Florian-Prinzip, das ja schon allein wegen der Feuerwehr fest in Bretten verankert ist. Ich kann deshalb der Verwaltung nur raten, frühzeitig die Beteiligten auf die Ziele und Auswirkungen des ISEK hinzuweisen und möchte auch die Presse ermuntern von Anfang an die rosarote Brille abzunehmen und den Bürgern klarzumachen, dass Kompromisse auch schmerzhaft sein können. Dies gilt genauso für den Gemeinderat, der eben auch unpopuläre Entscheidungen treffen muss.

Günstige Winde scheinen für den Schulstandort zu wehen. Zumindest wird hier kräftig investiert, was sicher dringen nötig ist wie zum Beispiel im Außenbereich des MGB. Aber die Tücke steckt bekanntlich im Detail und so könnte sich das Thema Inklusion noch als Trojanisches Pferd erweisen. Denn Inklusion ist in Bezug auf die dabei notwendigen investiven Maßnahmen ein Fass ohne Boden. Dies gilt besonders für Bretten, das sich den Luxus von Grundschulen in fast allen Ortsteilen erlaubt. So haben wir bezogen auf die Einwohnerzahl eine mehr als doppelt so hohe Grundschuldichte wie Karlsruhe.

Da von Seiten der Landespolitik keine richtungsweisenden Anregungen oder gar Handlungsanweisungen kamen oder kommen werden, gleich welcher politischer Couleur - wer öffnet schon gern die Büchse der Pandora , sollte sich zumindest der Gemeinderat darüber klar werden, welche Schulen nun zu Inklusionsschulen ertüchtigt werden und welche nicht. Außerdem wäre eine Reform der Grundschulstrukturen durchaus sinnvoll, hin zu größeren Verwaltungseinheiten. Ich fürchte jedoch dass da dem Brettener das Hemd auch wieder sehr viel näher als der Rock ist.

Nun ist auf dem städtischen Kompass nur noch der Arbeitsmarkt als strategisches Ziel übrig. Laut Bundesagentur für Arbeit hält sich die Arbeitslosenquote konstant niedrig unter 4%, also scheinbar ruhige Gewässer. Der Ruf nach einem Industriegebiet wird dennoch immer lauter und so soll in Gölshausen eine Erweiterung entstehen. Der Pferdefuß dabei ist wieder einmal das Hochwasser. Was noch vor wenigen Jahren von der Verwaltung heftig dementiert wurde, als aus den Reihen der Freien Wähler auf die ungelöste Entwässerungsproblematik hingewiesen wurde, hat jetzt das Orakel von Wald und Corbe bestätigt. Ein weiteres großes Regenrückhaltebecken und andere Hochwasserschutzmaßnahmen werden nötig, bevor neue Industrieflächen entstehen.

Ganz ohne Wirtschaftsförderung sind in letzter Zeit jedenfalls mehrere neue Bestattungsunternehmen entstanden. Und das nicht ohne Grund, boomen doch die Friedhöfe und insbesondere die Aussegnungshallen. Davon gibt es in Bretten auch 10. In den letzten Jahren findet hier eine erhebliche Investitionstätigkeit im Bereich von mehreren Mio € statt. Das thanatophile Bretten investiert kräftig in das Geschäft mit dem Tod und kann sich damit im Verhältnis zu Nachbarstädten durchaus sehen lassen. Verglichen mit Karlsruhe hat Bretten eine fast 5 Mal so hohe Friedhofs- und Aussegnungshallendichte, wobei die Sterberate, hier wie dort, annähernd gleich ist. Wir leisten uns in einigen Ortsteilen Aussegnungshallen für mehrere 100 T€, die nicht mehr als 3-7x pro Jahr genutzt werden.

Möglicherweise steckt dahinter ein geheimer Plan nach historischem Vorbild seitens der Kämmerei oder Wirtschaftsförderung, in Anlehnung an das Brettener Hundle. Der nach langer Belagerung noch immer dicke, wohlgenährte Hund erlaubte den Belagerern nur den Schluss, dass die Brettener nach wie vor bestens versorgt sind und brachte sie so zur Aufgabe. Vielleicht will die Verwaltung den Auswärtigen ja zeigen, wie gut es die Toten in Bretten haben. Dann bleibt denen ja auch nichts anderes übrig als anzunehmen, dass es die Lebenden noch viel besser hätten und sie würden nach Bretten ziehen.

Zielführender scheint mir jedoch der Ansatz, das Informations- und Kommunikationsbedürfnis der Betriebe zu stärken und so sollte auch der Breitbandausbau als wichtiges Instrument der Wirtschaftsförderung betrachtet werden. Durch neue, qualifizierte Arbeitsplätze lässt sich die Neubürger-Akquise sicher besser bewerkstelligen.

Was für die Betriebe in den nächsten Jahren geradezu essenziell sein wird, birgt aber ebenso Gefahren. In einer Gesellschaft mit virtuell unbegrenzt scheinenden Möglichkeiten geht die Orientierung schnell verloren, manche haben bereits die "Generation maybe" postuliert, nämlich jene, die alles wollen, sich nichts zutrauen und sich nie festlegen. So brachte die städtische Umfrage bei den jungen Eltern zum Betreuungsbedarf ihrer Sprösslinge kein überraschendes Ergebnis: früher, länger, öfter, später, gesündere Ernährung, von vegan bis selectiv-carnivor, möglichst auch in den Schulferien. Ein Schlingerkurs mit ungewissem Ende.

Bewegt sind ebenfalls die Fluten um den Eigenbetrieb Abwassserbeseitigung, der mit zusätzlichen Darlehen immer tiefer in den Strudel der Charybdis gezogen wird. Auch wenn die zunehmende Verschuldung die Stadt nur mittelbar betrifft, so wäre es doch im Sinne der intergenerativen Gerechtigkeit wünschenswert, wenn endlich Instrumente gefunden würden, der weiteren Verschuldung Einhalt zu gebieten.

Und dann geht im Sommer auch noch der Steuern-Mann von Bord, der das Schiff um so manche finanzielle Klippe gesteuert hat. Umso wichtiger wird es, dass die Mannschaft in dieselbe Richtung rudert. Die Kunst besteht nicht in der Schaffung beliebig vieler, unterschiedlicher Möglichkeiten, die sind finanziell nicht realisierbar, man wird nur seekrank. "Opportunismus ist zum Kotzen", wie bereits Helmut Schmidt feststellte. Die Kunst des Gemeinderates besteht darin auszuwählen und damit Grenzen zu setzen, um das Schiff Bretten auf Kurs zu halten, damit die Bürger ihrem Ziel eines "guten Lebens" im Geiste von Aristoteles näher kommen und so die Frage zu beantworten: Quo vadis, Bretten!

In diesem Sinne stimmt die Fraktion der Freien Wähler der vorgelegten Haushaltssatzung der Stadt Bretten und dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung Bretten 2015 zu.

Gernot Fritz

Putzete

Der Frühling lockt. Überall sprießt es, und durch das keimende Grün wird der Blick auf den Unrat gelenkt, der sich so das ganze Jahr über angesammelt hat. Wird er belassen, deckt bald eine grüne Decke ihn zu. Dann ist das Problem für viele Mitbürger gelöst, und der neue Müll kommt darauf.

Warum um alles in der Welt, wird zum Erfinden von Cafe to go oder ähnlichem nicht gleich der umweltbewußte Bürger erfunden? Der geht offensichtlich am Saalbach Richtung Rinklingen eher seltener. Wie könnte es sonst so aussehen, wie es aussah, bevor die Müllsammler der FWV – Dr. Frank Altenstetter, Peter Weinmann, Arnd Nissen und das Ehepaar Leins - kamen. Der Wunsch der organisierenden Stadträtin Heidi Leins war, möglichst viele Asylbewerber mit ihren Kindern anzusprechen. Die Rechnung ging auf, denn schon gleich, nachdem das Bauhofauto mit den notwendigen Utensilien angefahren kam, standen die Kinder und zwei Erwachsene da. Die Kinderarbeitshandschuhe waren besonders begehrt und dazu die Greifzangen. Es wurde gesammelt, Glas vom Restmüll getrennt, Einbruchswerkzeug gefunden und dabei immer wieder sich gewundert, warum die Menschen z. B. ein Bonbonpapier nicht mitnehmen. Die Treppe zum Krankenhaus ist nun wieder müllfrei und ein weiterer Papierkorb beantragt.

Mit einem gemeinsamen Vesper, das besonders den Kindern gefiel, wurde die Aktion mit dem Aufladen des Mülls auf das Bauhoffahrzeug beschlossen. Der Dank gilt der guten Vorbereitung durch den Bauhof.

Mitgliederversammlung

Martin Feurer, der 1. Vorsitzende der Freien Wählervereinigung Bretten e.V. – FWV, konnte eine gut besuchte Jahreshauptversammlung eröffnen. Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit und dem Gedenken an die 2014 verstorbenen Vereinsmitglieder Armin Dürr, Heinrich Strauss und Hermann Frank ließ Feurer das vergangene Jahr Revue passieren.

Im Jahresrückblick, stellte Feurer fest, seien neben den erfolgreichen Gemeinderatswahlen viele Themen angepackt worden, zu denen die FWV öffentlich Stellung bezog. Unter anderen waren dies der Einsatz für den Naturschutz, neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in Bretten beim Waldtierpark, präventiver Hochwasserschutz und der Ausbau des Breitbandnetzes in Verbindung mit einem öffentlichen W-LAN. Auch kulturelle und gesellige Highlights kamen nicht zu kurz. Bei den Gemeinderatswahlen konnten trotz Herausforderungen durch das neue Auszählverfahren, hinzukommende Wahlgruppierungen und erstmaligem Wahlrecht ab 16 Jahren der Sitzanteil ohne Mandatsverlust gehalten werden. Gerne erinnerte sich Feurer auch an das gelungene 40 jährige Jubiläum der FWV Bretten und die immensen Anstrengungen eines jeden Einzelnen, die Festveranstaltung zu einem Erfolg werden zu lassen. Sein Dank galt hierbei insbesondere allen aktiven Mitstreitern und Kandidaten und verweist dabei auf den Geist der Freien Wähler, neben der beruflichen und privaten Herausforderung zusätzlich noch etwas für das Allgemeinwohl unserer Stadt zu tun.

Positives hatte auch Matthias Kuhn als Kassier parat, zusätzlich bescheinigten die Kassenprüfer ihm eine einwandfreie Kassenführung. Damit konnte Prof. Ulrich Reich für die gesamte Vorstandschaft die Entlastung beantragen. Mit der Annahme durch die Mitgliederversammlung konnte ein erfolgreiches Jahr für die FWV abgeschlossen werden.

Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde Martin Feurer als 1. Vorsitzender erneut einstimmig gewählt. Auch Heidemarie Leins wurde wieder in das Amt des Schriftführers gewählt, ebenso die Beisitzer Birgit Mergel, Gernot Fritz und Arndt Nissen. Als Kassenprüfer wurde Georg Haag gewählt. Die von Bastian Pfitzner administrierte und durch die Brettener Presse als nutzerfreundlichste Homepage gekürt, wurde von der Versammlung gewürdigt.

Für 10 jährige Gemeinderatsarbeit wurde Dr. Frank Altenstetter geehrt. Heidemarie Leins ließ im Rückblick die Zeitspanne Revue passieren. Überraschend war die Fülle der von ihm gestalterisch begleiteten Themen nicht, interessant war es, sie noch einmal im Ablauf mitzuerleben: Schwerpunkte waren und sind Soziale Themen, dazu gehörte der gesamte Schulbereich mit allen Facetten. Für ihn ist die Bildung schon für die Kleinsten ein Muss der kommunalen Aufgaben. Hilfestellungen für Menschen, denen sonst wenig Gehör geschenkt wird, fanden in ihm einen Fürsprecher. Beim Hochwasserschutz unterstützte er mit eigenen Berechnungen und überraschte damit die Stadtverwaltung. Ebenso kämpfte er für den Erhalt des Krankenhauses mit gut recherchierten Fakten.

Anschließend berichtete Heidi Leins von der Gemeinderatsarbeit. Durch neue Gemeinderatsmitglieder und -gruppierungen gab es einen spürbaren Kulturwechsel. Die FWV diskutierte und entschied aktiv mit bei der Standortdiskussion für den Moscheenbau, der Realisierung Weißhofer Galerie und dem Ausbau der Reuchlinstrasse. Zu ISEK fordert die FWV die Stadtverwaltung auf, engagierte Bürger über das Abstimmungsprozedere in der Verwaltung aufzuklären, um das Bürgerbeteiligungsverfahren zu einem Erfolg werden zu lassen. In die Haushaltsberatungen der Stadt Bretten gab es seitens der FWV die Anträge zur Einrichtung von Wasserstandspegeln zur aktiven Hochwasserprävention sowie zum weiteren Ausbau Brettener Freizeiteinrichtungen.

Eine anregende Diskussionsrunde um die bauliche Stadtentwicklung rundete die Veranstaltung ab.